Wissen(schaft) über Hypnose

Was ist Hypnose genau? Erklärung, Wissenschaft und Studien

Ich weiß, dass es einige Menschen gibt, die Hypnose sehr skeptisch gegenüberstehen.  
Und ich gebe zu, dass ich das verstehen kann.  


Bevor ich mich intensiv mit Hypnose befasst habe, dachte ich auch eher an Show-Hypnose und daran, dass Menschen quasi willenlos etwas taten, wozu ein anderer Mensch sie mit Worten fast schon nötigte. Zumindest schien es mir so. Letztlich ist Hypnose aber wirklich nicht das, was wir in Shows sehen oder zu sehen glauben.  
 

Ich möchte hier heute mit einigen Mythen der Hypnose aufräumen. Schauen wir uns also einmal ganz genau an, was Hypnose ist und warum sie in der Geburtsvorbereitung so wertvoll sein kann.  

Du siehst jeweils eine kleine Zusammenfassung der einzelnen Punkte. Wenn du mehr wissen möchtest, klicke einfach auf das Plus, um ausführliche Informationen zu erhalten. 

Zunächst einmal ist Hypnose kein Hokuspokus und keine Esoterik.

Es handelt sich um eine ganz praktische Wissenschaft, zu der mittlerweile zahlreiche Studien über die Wirksamkeit vorliegen.

Hypnose ist ein Mittel, das nach dem Psychotherapeutengesetz in der Psychotherapie ebenso Verwendung findet wie in der Zahnheilkunde oder eben mittlerweile auch in der Geburtshilfe.

Schaut man sich Hypnose einmal ganz genau an, handelt es sich letztlich um einen Zustand tiefer Entspannung, in dem der helfende Hypnotiseur oder Therapeut in eine intensive Kommunikation mit dem Klienten gehen kann.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass Hypnose kein Schlaf ist, obwohl der Begriff von dem griechischen Wort „hypnos“ (Schlaf) abstammt. Die Hirnströme im EEG von Personen in Hypnose zeigen ein für den Wachzustand typisches Muster (Quelle: 1).
Hypnose ist ein wacher Zustand, in dem der / die Klient*in sich ohne Ablenkungen tief auf ein bestimmtes Thema konzentriert.

Die Entspannung während einer Hypnose kann man ungefähr mit dem Empfinden bei einer Meditation vergleichen.

Hypnose ist auch kein Zustand völliger Willenlosigkeit.

Ganz im Gegenteil! Es bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Klienten, bei der Hypnose mitarbeiten zu wollen.

In der Hypnose wirken nur diejenigen Suggestionen (Sätze oder Wörter, die die gewünschte Veränderung herbeiführen sollen), die der / die Klient*in für sich akzeptieren möchte.

Es passiert nichts, was der / die Klient*in nicht annehmen möchte.

Hypnose ist streng genommen kein Zustand, sondern lediglich eine sehr tief konzentrierte Kommunikation, bei der es möglich ist, alle Ablenkungen von außen auszublenden.

Diese Art der Kommunikation ermöglicht es, Veränderungen zu bewirken, die zwar auch ohne Hypnose möglich wären, dann aber unter Umständen schwieriger oder langwieriger wären.

1: Möller, H.-J.; Laux, G.; Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie; Georg Thieme Verlag, 6. Auflage (S.556) 

  • Wissenschaft statt Esoterik
  • Tiefe Entspannung statt Willenlosigkeit
  • Tiefe Konzentration statt Schlaf
  • Kommunikation und Veränderung

Oftmals denken Klienten / Klientinnen, dass während einer Hypnose der Therapeut / Hypnotiseur etwas mit ihm / ihr macht.

Dem ist aber nicht so. Der Hypnose-Coach gibt lediglich Anreize und hilft dabei, dass der Klient / Klientin sich etwas Bestimmtes vorstellen kann.

Der Klient / die Klientin denkt aber den Gedanken am Ende selbst!

Es gilt also: du bestimmst deine Gedanken – auch während einer Hypnose.

Hypnose ist daher auch kein Kontrollverlust, sondern die Hypnose gibt dir die Kontrolle und hilft dir dabei, dich voll und ganz auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren.

Wenn Hypnose ein Zustand ist, dann ist es ein Zustand völliger Konzentration in tiefer Entspannung.

In dieser entspannten Konzentration kann der Hypnose-Coach dann mit bestimmten Sprachmustern, Sätzen und Suggestionen dabei helfen, Gedankenmuster in die vom Klienten gewünschte Richtung zu verändern.

  • Klient*in denkt selbst!
  • Hypnose-Coach hilft
  • Und gibt Suggestionen
  • Volle Kontrolle statt Kontrollverlust
  • Hypnose als Hilfsmittel

In der Regel beginnt eine Hypnose mit einer kurzen Phase der Entspannung. Meistens geht es dabei um bewusstes Atmen und zur Ruhe kommen.

Danach wird mit den Gedankenmustern gearbeitet, die verändert werden sollen. Auch Ängste und Blockaden können gelöst werden.
Hierfür nutzt man unter anderem Sprachmuster und Suggestionen.

Zum Ende der Hypnose hilft der Hypnose-Coach dabei, wieder aus der Entspannung zurückzukommen.

Die Dauer einer Hypnose kann variieren. Es gibt keine zeitliche Festlegung.

  • Entspannung
  • Arbeit mit Sprachmustern und Suggestionen
  • Beendigung der Hypnose

Ja, jede Hypnose ist Selbsthypnose. Ob du dich auf die Hypnose einlassen willst oder nicht, entscheidest du vollkommen selbst.

Welche Inhalte in der Hypnose vorkommen sollen, entscheidest du ebenfalls selbst.

Welche vorgeschlagenen Suggestionen du für dich annehmen möchtest, ist auch deine Entscheidung.

Denken und entspannen kannst du dich nur selbst!

Der Hypnose-Coach hilft dir nur – aber die Veränderung machen, kannst nur du.

Daher ist am Ende jede Hypnose tatsächlich eine Selbsthypnose.

Was du lernen kannst ist, wie du auch die tiefe Entspannung ganz allein herbeiführen kannst. Hierfür gibt es verschiedene Techniken, die du lernen und üben kannst.

Für die Geburt ist das Erlernen einer Selbsthypnose besonders hilfreich.

  • Entspannung: selbst
  • Inhalte: selbst
  • Suggestionen: selbst
  • Denken: selbst
  • Hypnose = Selbsthypnose

Durch die Hypnose können während der Schwangerschaft Ängste und auch Schmerzen reduziert werden.

Ebenfalls können Frühgeburten reduziert werden.

Es kann eine positive Grundeinstellung und eine freudige Erwartung gegenüber dem Baby erlernt werden (Quelle: 3).

Schmerzen während der Schwangerschaft können gelindert werden.

Auch gegen auftretende Übelkeit ist Hypnose sehr wirkungsvoll (Quelle: 4).

2: Kossak, Hans-Christian: Lehrbuch für Psychotherapeuten und Ärzte; Beltz Verlag, 5. Auflage (S.558) 

3: Münch, F.: Geburtshilfe in: Revenstorf, D. (Hrsg.): Klinische Hypnose, Springer-Verlag

4: Simone, E.P. & Schwartz, J.: Medical hypnosis for hyperemesis gravidarum. Birth, 1999

  • Reduktion von Ängsten
  • Reduktion von Schmerzen
  • Reduktion von Frühgeburten
  • Positive Grundeinstellung
  • Reduktion von Übelkeit

Am bekanntesten ist sicher Grantly Dick-Read, der schon in den 1930er Jahren Techniken beschrieben hat, die eine Schmerzreduktion während der Geburt möglich machten (Quelle: 5). Hierbei handelte es sich letztlich um Hypnose, auch wenn er diese nicht explizit so benannte.

In den 1980er Jahren entstand dann unter anderem das von Marie Mongan bekannte Konzept „HypnoBirthing“.

Von Grantly Dick-Read kennen wir folgende Idee: wenn wir Angst haben, verkrampfen wir uns – auch körperlich. Durch die Anspannung der Muskeln entstehen während der Geburt Schmerzen und der Geburtsprozess dauert länger.

Auch unbewusste Ängste können zu erheblichen Spannungen im ganzen Körper führen (Quelle: 6).

Frédéric Leboyer, einer der Pioniere der „sanften Geburt“ geht davon aus, dass Schmerzen während einer Geburt nicht auftreten, wenn die Frau angstfrei ist. Anstrengend ja, aber nicht schmerzhaft (Quelle: 7).

Etliche wissenschaftliche Studien konnten die Wirkungen von Hypnose während einer Geburt wie folgt belegen:

  • Die Geburtsdauer war signifikant (bis zu zwei Stunden) verkürzt (Quelle: 8)
  • Der Einsatz von Schmerzmitteln war deutlich geringer (Quelle: 9)
  • Die Frauen gaben an, weniger Schmerzen zu haben
  • Die Frauen zeigten eine größere Zufriedenheit mit der Geburt (Quelle: 10) und empfanden durch die Selbsthypnose Zufriedenheit und Trost während der Geburt (Quelle: 11)
  • Mit Hypnose während der Geburt gab es signifikant weniger medizinische Interventionen (Quelle: 12) und
  • mehr spontane vaginale Geburten (Quelle: 13)
  • Die Apgar-Werte nach einer und nach fünf Minuten waren bei den Babys besser als bei der Vergleichsgruppe (Quelle: 14)

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass schon seit circa 100 Jahren bekannt ist, dass Hypnose einer werdenden Mutter vor, während und auch nach der Geburt sehr helfen kann.Diese Erkenntnis konnte inzwischen in vielerlei Studien verifiziert werden.

Dies bringt uns wieder zum Anfang: Hypnose ist kein Hokuspokus und keine Esoterik!
Hypnose ist aber ein erprobtes und hilfreiches Werkzeug in der Geburtshilfe.

5: Dick-Read, G.: Mutterwerden ohne Schmerz. Die natürliche Geburt; Hoffman und Campe Verlag; 19. Auflage

6: Schmid, V.: Der Geburtsschmerz. Bedeutung und natürliche Methoden der Schmerzlinderung; Hippokrates Verlag; 1. Auflage

7: Leboyer, F.: Atmen, singen, gebären; Walter Verlag, 2006

8: Hüsken-Janssen, H.; Revenstorf, D. & Tinneberg, H.: Hypnotherapeutische Geburtsvorbereitung. Studie zur Wirksamkeit der hypnoreflexogenen Methode nach Schauble; Frankfurt am Main: Peter Lang

9: Harmon, T.M.; Hynan, M.T. & Tyre, T.E.; Improved obstetric outcomes using hypnotic analgesia and skill mastery combined with childbirth education; Journal of Consulting and Clinical Psychology; 58; 1990

10: Brann, L.R.; Guzvica, S.A.; Comparison of hypnosis with conventional relaxation for antenatal and intrapartum use: a feasibility study in general practice; Journal of the Royal College of General Practitioners; 37; 1987

11: Abbasi, M.; Ghazi, F.; Barlow-Harrison, A.; Sheikvhatan, M.; Mohammadyari, F.; The effect of hypnosis on pain relief during labor and childbirth in Iranian pregnant women; International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis; 57; 2009

12: Martin, A.A.; Schauble P.G., Rai, S.H.; Curry, R.W.jr.: Effects of hypnosis on the labor process and birth outcomes of pregnant adolescents; Journal of Family Practice; 50; 2001

13: Harmon, T.M.; Hynan, M.T. & Tyre, T.E.; Improved obstetric outcomes using hypnotic analgesia and skill mastery combined with childbirth education; Journal of Consulting and Clinical Psychology; 58; 1990

14: Harmon, T.M.; Hynan, M.T. & Tyre, T.E.; Improved obstetric outcomes using hypnotic analgesia and skill mastery combined with childbirth education; Journal of Consulting and Clinical Psychology; 58; 1990

  • Angst -> Anspannung -> Schmerz
  • Hypnose hilft
  • Geburtsdauer kürzer
  • Weniger Schmerzen
  • Mehr Zufriedenheit
  • Weniger Eingriffe
  • Mehr spontane Geburten
  • Bessere Apgar-Werte

“Was sind die Glaubenssätze, die die meisten Menschen über die Geburt in sich tragen?
Schmerzen, Komplikationen, Angst. Was ist, wenn sich diese Glaubenssätze verändern lassen? Dann wird der Glaubenssatz vielleicht lauten: „Ich freue mich auf die Geburt. Die Geburt wird wunderschön und sanft sein.“
Mit den gezielten Übungen aus diesem Programm schafft Simone Glueck den Rahmen, dass werdende Mütter und Väter ihren ganzen Fokus auf etwas Schönes, Glückliches und ein freudvolles Ereignis programmieren können. Und der Körper kann gar nicht anders, als darauf zu reagieren, sich zu entspannen und damit der Natur ihren Lauf zu lassen.“

„Geburt und Hypnose? Geht das zusammen? Na klar! Ich bilde seit vielen Jahren immer mehr Menschen in Hypnose Coaching und Hypnotherapie aus und viele Therapeuten und Coaches beweisen jeden Tag mit ihren Klienten, dass die erlernten Techniken aus System23 Erfolg haben, dass sie funktionieren und sich die Glaubenssätze und damit am Ende auch die Erfahrungen der Klienten positiv verändern.

Mit „Dem Geheimnis einer glücklichen Geburt“ hältst du ein wunderbares Schritt-für-Schritt- Werkzeug in der Hand. Ein Werkzeug der Veränderung.
Ein Werkzeug hin, zu deiner ganz eigenen glücklichen Geburt!“

„… Weil Simone es schafft, trotz aller Emotionalität und Ehrlichkeit das Thema „Geburtsvorbereitung“ so strukturiert aufzuarbeiten, dass es wirklich möglich ist, in klar definierten Schritten, ganz gezielt, jeweils einen bestimmten Aspekt des großen Themas „Geburt“ aufzugreifen und diesen so zu erklären, dass gerade durch die schrittweise Vorbereitung zum einen viel Wissen bei der Leserin ankommt, zum anderen aber auch die Sicherheit entstehen kann, dass eine selbstbestimmte und schöne Geburtserfahrung möglich ist.”