Schritt Vier: Die Biologie der Geburt

Bei den meisten werdenden Eltern sind die Grundkenntnisse über Geburt lediglich aus Schulzeiten vorhanden und das ist meistens auch schon eine ganze Weile her. (Keine Panik, das ging mir damals genauso.)
Daher schadet es in der Regel nicht, wenn man sich in der Vorbereitung auf die Geburt einmal näher anschaut, was denn da eigentlich bei der Geburt passiert und wie genau ein Baby geboren wird.

Das Baby liegt umgeben von der Eihülle, die mit Fruchtwasser gefüllt ist, im Bauch der Mutter und ist dort gut geschützt vor äußeren Einflüssen.
Über die Nabelschnur ist das Baby mit der Plazenta verbunden. Diese versorgt das Baby mit Nährstoffen und Sauerstoff.
Das Baby, die Eihülle und die Plazenta sind umgeben von der Gebärmutter.
Sie bildet die schützende Wand, in der das Baby wachsen kann und ist aufgrund ihrer Muskulatur später dafür zuständig, dass das Baby geboren werden kann.

Laienhaft gesprochen kann man sagen, dass die Gebärmutter unten mit dem Gebärmutterhals endet, an dessen Ende wiederum sich der Muttermund befindet. Zum Zeitpunkt der Geburt wird sich der Gebärmutterhals nach oben ziehen, der Muttermund sich öffnen und das Baby kann geboren werden.

Für die Geburt werden die Muskeln der Gebärmutter kräftig arbeiten und das Baby nach unten schieben. Diese Arbeit der Gebärmuttermuskeln kannst du als Mutter deutlich spüren. Dies sind die Wehen, oder wie wir im Kurs sagen „Wellen“.
Warum Wellen?
Weil eine solche Welle langsam herannaht, sich aufbaut, ihren Höhepunkt erreicht und dann wieder abflaut. Wie eine Welle eben.
In diese Wellen zu atmen und damit die Gebärmutter bei ihrer Arbeit zu unterstützen, ist als Mutter eine deiner wichtigsten Aufgaben.

Das Baby wird sich einige Zeit vor der Geburt bereits mit dem Kopf nach unten drehen, damit es für die Geburt gut im Becken liegt.
Wenn dann der Tag der Geburt gekommen ist, wird das Baby immer tiefer ins Becken rutschen und schließlich mit einer eleganten Drehung geboren werden.
Es gibt einige Anzeichen, die einer Mutter zeigen, dass die Zeit der Geburt gekommen ist. Am deutlichsten ist für die meisten Frauen allerdings, wenn die Wellen regelmäßig kommen und auch stetig an Intensität zunehmen.
Keine Sorge, ihr werdet lernen, welche Anzeichen zu beachten sind und ihr werdet die Geburt sicher nicht verpassen.

Die Geburt selbst hat unterschiedliche Phasen. Am Anfang öffnet sich zunächst der Muttermund, so dass das Baby überhaupt durchpasst. Später dann werden die Wellen stärker, das Baby wird immer tiefer geschoben und kann dann geboren werden. Wenn das Köpfchen da ist, gibt es oft noch eine kurze Pause, in der das Baby sich noch ein wenig dreht, damit der Körper optimal im Becken liegt und dann leicht zur Welt kommen kann.

Nach der Geburt des Babys löst sich die Plazenta noch von der Gebärmutterwand und wird dann ebenfalls geboren. Zwischen der Geburt des Babys und der Geburt der Plazenta kann einige Zeit vergehen. Dies kann fünf Minuten dauern, oder auch zwei Stunden, das ist ganz unterschiedlich.

Nach der Geburt werden dann Mutter und Kind versorgt und die Hebamme schaut, ob beide gesund und munter sind. Und von da aus geht’s dann ab ins Wochenbett mit ganz viel Kuscheln und der nötigen Ruhe.

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