Schritt Sieben: Direkt danach gehört auch dazu

Wenn das Baby geboren ist, gibt es verschiedene Arten, wie es dann weitergehen kann.
Im Sinne unseres Mottos der „sanften Geburt“ ist es auch wichtig, wie der Umgang mit dem Baby nach der Geburt sein soll.

Die wichtigste Phase nach der Geburt ist das sogenannte „Bonding“.
Das Baby sollte bei der Mutter bleiben. Am besten ist es für Mutter und Kind, wenn das Baby nackt bei der Mutter auf den Bauch gelegt wird.
Mutter, Vater und Baby brauchen jetzt Zeit, sich zu beschnuppern, zu kuscheln und sich ungestört kennenzulernen.
Diese Phase kann die ersten ein bis zwei Stunden nach der Geburt umfassen. Das mag lang klingen – ist es aber gar nicht. Die Zeit nach der Geburt scheint gefühlt nahezu zu verfliegen und geht unheimlich schnell rum.
Genießt einfach diese gemeinsame Kuschelzeit, verliebt euch in euer kleines Baby, nehmt diesen ersten Blick eures Kindes ganz genau wahr und lasst euch durch nichts und niemanden stören.

Dann wird das Baby irgendwann an Mamas Brust wollen. Das Baby will und soll stillen und so die erste wertvolle Milch (Kolostrum) bekommen.
Besonders schön ist es für das Baby, wenn es aus eigener Kraft zur Brust robben darf. Ein Baby ist dazu in der Lage! Es muss nicht von der Mutter oder mit Hilfe von außen an die Brust gelegt werden. Das sogenannte „Breast Crawling“, wenn das Baby also selbst zur Brust robbt, ist eine sehr faszinierende Fähigkeit und wunderschön anzusehen.
Der Vorteil ist, dass das Baby damit die optimale Position für dieses erste Stillen hat und die Mutter in der Regel keine Schmerzen beim Stillen hat.

Durch das Stillen werden bei der Mutter Hormone ausgeschüttet, die helfen, dass die Plazenta sich gut ablösen und dann geboren werden kann. Die Natur hat die Abläufe um die Geburt herum wirklich perfekt gestaltet.

In diesen wichtigen Prozessen direkt nach der Geburt wird das Urvertrauen des Kindes hergestellt und eine tiefe Mutter-Kind-Bindung geprägt.

Wenn die Mutter nach der Geburt versorgt wird, kann auch der Vater das Baby auf seinen nackten Oberkörper legen. Wichtig ist für das Baby vor allem der direkte Hautkontakt. Und seid bitte nicht irritiert, wenn das Baby versucht, an Papas Brust zu nuckeln. Das kommt vor und ist völlig normal. Das Baby sucht sich eben die nächstgelegene Brust und weiß ja nicht unbedingt, dass die Brust von Papa nicht so ganz still-tauglich ist.

Nach der Geburt beginnt für Mutter und Kind die Zeit im Wochenbett. Dies sollte eine ruhige Zeit sein, in der sich alle kennenlernen, neu sortieren und einen Rhythmus finden können. Als Vater darfst du die frischgebackene Mutter pflegen und verwöhnen. Achte darauf, dass sie ausreichend isst und trinkt! Viele Mütter vergessen vor lauter Baby schnell mal, dass sie auch ab und an Nahrung brauchen – also ist es gut, wenn der Mann dafür sorgt, dass regelmäßig eine Mahlzeit auf dem Tisch steht!
Achtet auch darauf, dass im Wochenbett kein Stress ausbricht. Natürlich wolle alle den Nachwuchs sofort sehen – aber Besuche sind anstrengend für Mutter und Kind. Stress kann bei der Mutter schnell mal einen unangenehmen, schmerzhaften Milchstau zur Folge haben. Also haltet die Besucher so gut wie möglich im Zaum und klärt schon vor der Geburt, dass klare Besuchszeiten abgesprochen werden und die Besucher zur Not auch rausgeworfen werden dürfen, wenn es für die Mama und das Baby zu viel wird.

Achtet also bei eurer Planung der Geburt darauf, dass ihr die Zeit direkt nach der Geburt und auch die nachfolgenden Wochen mit im Blick und einen Plan dafür in der Tasche habt.