Schritt Eins: Die Schwangerschaft

Bereits die Schwangerschaft hat großen Einfluss auf das Baby.
Früher dachte man, so ein kleines Kind bekommt im Bauch ja ohnehin nichts mit.
Das stimmt nicht!

Ein Baby erlebt im Bauch der Mutter eine ganze Menge und bekommt die Stimmungen der Mutter genauso mit, wie die Geräusche der Umwelt, in der die Mutter mit ihrem Baby lebt. Es kann schmecken, was die Mutter zu sich nimmt, es kann die Stimmen der Menschen und die Stimmungen der Gespräche in der Außenwelt wahrnehmen.
Ein Baby spürt, wenn „Gefahr“ droht, beispielsweise durch einen medizinischen Eingriff. Man konnte schon häufig beobachten, wie sich ein Baby im Bauch zurückzieht und ausweicht, wenn die Nadel bei einer Fruchtwasserentnahme eindringt.

Ist die Mutter traurig, aufgeregt oder voller Freude, spürt das Baby dies sehr genau. Genauso wie es spüren kann, ob es willkommen ist und seine Eltern sich auf das kleine Wesen freuen. Ein Baby weiß genau, wann die Mutter mit ihm spricht, den Bauch streichelt und in Gedanken bei ihm ist.

Umso wichtiger ist es, in der Schwangerschaft eine gewisse Achtsamkeit im Bezug auf das Baby zu entwickeln.
Bei den Downloads findest du als kleines Geschenk die MP3-Übung „Bindung zum Baby“ für dich und dein Baby. Nimm dir einfach Zeit und höre dir ganz in Ruhe diese kleine Übung an. Dies kann dir und deinem Baby gut tun

Sprecht mit eurem Baby. Zeigt ihm, dass ihr euch auf seine Ankunft freut. Wenn Probleme auftauchen, versichert dem Baby, dass diese Probleme nichts mit ihm zu tun haben, und dass ihr als Eltern eine Lösung finden werdet.
Vielleicht habt ihr Lust, euch in der Bindungsanalyse nach Jenö Raffai näher mit eurem Baby zu beschäftigen und euer Kleines ein wenig kennenzulernen.

Ich weiß, dass an werdende Mütter heutzutage große Anforderungen gestellt werden. Die Schwangere soll bitte „schwanger und nicht krank“ sein. Sie soll sich schonen, aber dann doch am besten bis zum letzten Tag im Beruf volle Leistung erbringen und sich vielleicht nebenher noch um die anderen Kinder zuhause in angemessener und liebevoller Weise kümmern. Dazu darf der Haushalt nicht vernachlässigt werden und der Ehemann will auch noch sein Maß an Aufmerksamkeit. Und ganz nebenbei soll sie die perfekte Schwangere sein, die Geburt minutiös vorbereiten und stets ausgeglichen bleiben, damit das Baby im Bauch nur ja keinen Stress hat.
Das ist, zugegebenermaßen, ein wenig überspitzt formuliert. Und doch steckt in all dem auch ein Körnchen Wahrheit.

Was also ist die Schlussfolgerung hieraus?
Reduziere den Stress, soweit du kannst und es dir möglich ist. Schaffe dir Pausen und nimm dir Zeit, nur für dein Baby und dich. Sei schlicht und ergreifend achtsam für deine Bedürfnisse und für die deines Babys. Das ist mal einfacher, mal schwieriger und doch ist es möglich, diese Achtsamkeit für sich zu erlernen.
Wenn dir danach ist, dich eine Stunde lang in ein Meersalz-Bad zu legen, dann mach das. Wenn du im Schnee eine Runde spazieren gehen möchtest, dann nimm dir die Zeit dafür. Und wenn du müde, dann schlafe. Ja, du bist „schwanger nicht krank“ – aber in der Schwangerschaft bist du nicht nur für deinen Körper und deine Seele, sondern auch für die deines Babys verantwortlich.
Und wenn du es hin und wieder schaffst, dir das ins Bewusstsein zu holen, dann hast du schon einen sehr großen Schritt gemacht!

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