Schritt Drei: Die Geburt als Familienerlebnis

Nicht die Mama macht die Geburt, nicht das Baby allein macht die Geburt und der Vater schaut auch nicht einfach nur zu.
Bei einer Geburt hat jeder seine Aufgabe.

Fangen wir bei der Vorbereitung der Mutter an.
Überlege dir, was DU für die Geburt deines Babys brauchst. Was ist der Rahmen, der dir während der Geburt Sicherheit gibt und in dem du dich entspannen kannst?
Je besser du dich entspannen, auf die Geburt einlassen und dich konzentrieren kannst, umso leichter wirst du es haben.
Dazu gehört auch, dass du in der Schwangerschaft gut auf dich und auf deine Bedürfnisse achtest. Versorge dich gut – in jeder Hinsicht! Körperlich, seelisch, mental.

Für die Geburt solltest du deine Atmung(en) üben. Wenn du die entsprechenden Atemtechniken beherrschst, ist das schon die halbe Miete für die Geburt.
Und dann schaue dir die Entspannungstechniken an und probiere aus, was dir besonders gut hilft, dich zu entspannen. Je ruhiger du während der Geburt bleiben kannst, umso leichter wird es für dich und dein Baby.
Ebenso solltest du auf körperliche Fitness und eine gute Haltung achten. Wer vor der Geburt neun Monate lang nur gelegen hat, ist für die Geburt nachher einfach nicht fit. Du musst keinen Sport machen, um für die Geburt fit zu sein, aber darauf zu achten, dass ausreichend Beinmuskulatur und allgemeine Kondition vorhanden ist, um die Geburt körperlich gut zu schaffen, ist auf jeden Fall wichtig.

Bei der Geburt hilft das Baby in ganz entscheidendem Maße mit. Es dreht sich in die richtige Geburtsposition und löst, wenn es für die Geburt bereit ist, durch ein bestimmtes Hormon den Prozess der Geburt aus. Wenn du als Mutter in gutem Kontakt zu deinem Baby bist, kannst du während der Geburt auch entsprechend mit deinem Baby kommunizieren und ihr könnt gemeinsam die Geburt ganz wunderbar gestalten. Beispielsweise kann man ein Baby, das nicht in einer optimalen Position liegt, gut anleiten, wie es sich drehen soll, damit die Geburt leicht vonstatten gehen kann.
Ihr könnt auch vorab eurem Baby erklären, was bei der Geburt passieren wird. Dies kann sehr hilfreich und beruhigend für das Baby sein. Wieder hilft hier unter anderem auch die Bindungsanalyse.

Auch dem Vater kommt eine sehr wichtige Rolle bei der Geburt zu.
Überlege dir zunächst, ob du bei der Geburt dabei sein möchtest und was deine Aufgabe(n) sein könnte(n). Dies mit der werdenden Mutter zu besprechen, ist ein wichtiger Punkt. Ihr solltet eure gegenseitigen Erwartungen und Möglichkeiten abstecken. Was möchte sie? Was möchtest du? Wo sind die Gemeinsamkeiten und wo solltet ihr möglicherweise Kompromisse finden?

Wenn für dich klar ist, dass du dabei sein möchtest, ist es wichtig, dass du vorab weißt, wie eine Geburt funktioniert und was (voraussichtlich) der Ablauf sein wird.
Besprich mit der Mutter, welche Aufgaben du übernehmen wirst. Kläre ab, was ihr helfen kann bei der Geburt und inwiefern du dich um ihre Bedürfnisse kümmern kannst.

Beispielsweise kannst du für schöne Musik sorgen. Du kannst ihr etwas zu Trinken bringen, ihr den Kopf kühlen, wenn ihr heiß wird, oder du kannst dafür sorgen, dass nichts geschieht, was sie nicht möchte – sofern ihr euch zuvor abgesprochen habt.
Letztlich kannst du als Vater einen äußeren Rahmen schaffen, in dem die Mutter sich sicher und geborgen fühlt und gerne ihr Baby zur Welt bringen möchte.

Wenn sich jeder von euch gut auf die Geburt vorbereitet, habt ihr schließlich ein Geburtserlebnis, gemeinsam als Familie.

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